1-1. Urknall der Bewegung und des Denkens

Alles Geistige hat seinen Ursprung in der Bewegung

Im Urknall, einem spektakulären Vorgang vor 13,8 Milliarden Jahren entstand das Universum und mit ihm gleichzeitig Raum und Zeit. Völlig unspektakulär aber in einem ebenso einzigartig Vorgang hatte vor gerade mal einigen hundert Millionen Jahren gleichzeitig Bewegung und Geist ihren Ursprung. Zwei singuläre Vorgänge, in denen der eine Raum und Zeit, der andere Bewegung und Geist hervorbrachte. Und beide male entstand etwas das sich gegenseitig bedingt: ohne Raum gibt es keine Zeit und ohne Bewegung gibt keinen Geist.

In den 13 Milliarden Jahren zwischen den beiden Ereignissen bestand der Planet nur aus Materie und Mikroorganismen. In einigen dieser Organismen existierten (bis dahin unverbunden) Muskelzellen und Nervenzellen. Durch eine Verbindung dieser ganz unterschiedlichen Zelltypen begann schließlich eine neue Ära. Die Ära des geistigen Lebens.

Gestartet wurde sie irgendwo im Ozean durch einen feinen neuronalen Impuls der eine erste minimalen Bewegung, in Form einer winzigen Zuckung ausgelöst hat. Damit vollzog sich der Übergang von den Pflanzen zu den Tieren und das Fraunhofer Institut in München, das diesen Übergang erforscht, datiert ihn rund 700 Millionen Jahre zurück. https://www.mpg.de/12791000/schwamm-evolution

In die Welt kam das Geistige also nicht als Kognitives (Gedanken und Gefühle), sondern in Form von Bewegung. Wenn Nervenzellen bei einem Muskel Bewegung auslösen, dann findet ein geistiger Prozess statt. Geistig nicht im Sinne von denken, sondern weil der Impuls aus dem neuronalen Bereich stammt, also dort wo alles Geistige stattfindet. Das Denken und Fühlen, wie wir es heute verstehen, hat demnach seinen Ursprung in der Bewegung.

Die Erschaffung geistigen Lebens

Michelangelos Fresco von der Erschaffung des Adam wird oft als Vorlage verwendet um damit anderes auszudrücken. So könnte man es auch abändern und als den Funken Gottes zur „Erschaffung geistigen Lebens“ verwenden (Bild), als zum ersten mal in einem Mikroorganismus ein neuronaler Impuls eine Bewegung auslöste. Ein Ereignis, das hunderte von Millionen Jahren vor der „Erschaffung des Adam“ stattgefunden hat, aber ebenso von „göttlicher“ Bedeutung war.

Mit diesem Funken ereigneten sich in grauer Urzeit zwei entscheidende Begebenheiten: zum einen war es der Ursprung unseres Denkens und zum anderen konnte sich erstmals ein Lebewesen aus eigenem Antrieb bewegen. Damit verschaffte sich dieses Wesen einen wertvollen Vorteil: es konnte sich ihr Umfeld nach vorteilhaften Kriterien aussuchen.

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Ein Praktiker der Bewegung und ein Kenner des Gehirns

Ulrich Scheuerl, Bad Reichenhall

„Gemäßigter Ausdauersport kann Demenz vermeiden!“ Mit dem Zweifel daran, dass dieser Ratschlag stimmt, begannen die Arbeiten zu dem vorliegenden Buch. Radeln, Laufen und Wandern sollten reichen, wenn man nach einem sorglos geführten Leben geistig gesund bleiben will. Wo bleibt da das Gehirn? Die Antwort auf die Frage, wie das Gehirn gesund bleiben kann, will das vorliegende Buch liefern.

Ulrich Scheuerl begann im Alter von 65 Jahren seine sportlichen Aktivitäten von Ausdauersport auf Koordinativsport umzustellen. Gleichzeitig begann er Studien dahingehend zu lesen, wie man im Alter durch Bewegung Demenz vermeiden könnte. In all den Studien wurde einheitlich untersucht, ob man durch „altersgerecht“ ausgeübten Ausdauersport Demenz verzögern kann. In keiner der Studien wird ausgeführt oder auch nur untersucht, ob man sich im Alter mit vielfältiger und koordinativ fordernder Bewegung geistig fit halten kann.

Genau das war der Ansatz, den Ulrich Scheuerl vor rund fünf Jahren gewählt hat und seine praktischen Erfahrungen mit jenen Aktivitäten, von denen er sich Hirngesundheit erwartet, wurden für den vorliegenden Erfahrungsbericht aufgeschrieben. „Wenn ich Menschen motivieren kann, solchermaßen aktiv zu werden, wäre das ein erfreuliches Ergebnis“, so der Autor.

1953 in Bad Reichenhall geboren, hat er zeitlebens hier gewohnt und gearbeitet. Beruflich war er 40 Jahre lang stets am Schreibtisch einer Bank tätig. Da er „normal“, also eher ungesund gelebt hat und die neuronalen Schaltkreise vermutlich geschädigt sind, beschäftigt er sich seither mit dem Thema „Alzheimer“ und hat sich vorgenommen, durch sportliche Aktivitäten, möglichst zusammen mit Gleichgesinnten, geistig vital zu bleiben.

Prof. Dr. Peter Rieckmann, Bad Reichenhall

Prof. Dr. Peter Rieckmann ist Jahrgang 1961, verheiratet und dreifacher Vater. Nach dem Medizinstudium in Göttingen mit Studienaufenthalten in Bombay und London erfolgte 1988 seine Approbation als Arzt und 1995 als Facharzt für Neurologie.

Weitere Stationen seines beruflichen Werdegangs sind eine Postdoktorandenzeit am National Institut of Health (NIH) in USA in der Arbeitsgruppe des früheren Präsidentenarztes Dr. Antony Fauci sowie seine Spezialisierung in der Neuroimmunologie als Oberarzt in der Neurologie des Universitätsklinikum Würzburg bei Prof. Dr. Klaus Toyka. Er arbeitete am Aufbau des „Center for Brain Health” an der Universität von British Columbia in Vancouver/Kanada mit sowie am Aufbau des ersten Deutschen Herz-Hirn-Zentrums in Bamberg, welches er auch leitete. Aufbauarbeit leistete Prof. Dr. Peter Rieckmann auch beim Zentrum für klinische Neuroplastizität mit der Einführung der digitalen Erfassung funktionell relevanter Erfolgsparameter in Kooperation mit der Technischen Universität München. Prof. Dr. Rieckmann wurden im bisherigen Verlauf seines Werdegangs zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen und es sind von ihm 294 medizinische Publikationen erschienen. Zuletzt war er als Chefarzt in einer Fachklinik für Neurologie im Berchtesgadener Land tätig.


Die Autoren Ulrich Scheuerl und Dr. Peter Rieckmann sind überzeugt: im Alter sollte man aktiv sein und speziell mit Übungen für Koordination und Balance ist es möglich, geistig gesund zu bleiben. Egal ob man gesund gelebt, oder aber seinen grauen Zellen einiges zugemutet hat.


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